Theodor Goldschmidt Realschule in Essen
  Vertretungsunterricht
 
Vertretungskonzept der Theodor Goldschmidt Realschule Essen
 
 
 
 
Fast täglich muss Unterricht vertreten werden. Das hat verschiedene Gründe:
·         Erkrankung, Beurlaubung und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern
·         Klassenfahrten und Unterrichtsgänge
·         Projekttage
·         Praktikumsbegleitung
·         Prüfungen (z.B. Lernstandserhebungen, Zentrale Prüfungen 10)
·         Unterrichtsbesuche
·         dienstliche Termine
·         sonstige schulinterne Gegebenheiten
 
Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dieses, dass sie oft neben ihrem vollen und anstrengenden Unterrichtspensum noch weitere Unterrichtsstunden vertreten müssen, gelegentlich auch in Lerngruppen, die sie (aus dem regulären Unterricht) nicht kennen. Für Schülerinnen und Schüler bedeutet dieses auch eine Herausforderung, weil sie sich auf die neue Situation einstellen müssen und manchmal das Gefühl haben, Vertretungsunterricht sei kein richtiger Unterricht. Eltern / Erziehungsberechtigte erfahren nicht immer vom Vertretungsunterricht und wundern sich, warum ihr Kind später zur Schule muss oder früher aus der Schule nach Hause kommt. 
 
Vertretungssituation an der Theodor Goldschmidt Realschule:
 
Die vergangenen Schuljahre waren eher „ruhige“ Schuljahre ohne gravierende Ausfälle von Lehrerinnen und Lehrer durch Krankheiten oder Schwangerschaften. Vertretungsunterrichte waren besonders zu leisten im Zusammenhang mit…
·         Klassenfahrten und Unterrichtsgängen
·         Fortbildungsmaßnahmen einzelner Kolleginnen und Kollegen
·         spontanen Kurzerkrankungen von meist kurzer Dauer
·         Wahrnehmung dienstlicher Termine
·         Durchführung von Unterrichtsbesuchen
·         tageweise Abordnungen von Kolleginnen und Kollegen zur Wahrnehmung von Aufgaben als Mitglied des Personalrates.
 
Das Kollegium ist gesundheitlich robust.
 
Ziele:
 
Mit diesem Vertretungskonzept möchten wir… 
·         die Qualität und Quantität unseres Unterrichtes weiter erhalten und dafür sorgen, dass so wenig wie möglich Unterricht ausfällt.
·         Transparenz in Bezug auf unseren Vertretungsunterricht für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern / Erziehungsberechtigten schaffen. 
·         zusätzliche Belastungen für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern / Erziehungsberechtigten möglichst gering halten
 
  
Grundsätze:
 
Der Vertretungsunterricht ist kein Unterricht, in dem Hausaufgaben angefertigt werden sollen, Filme gezeigt werden, die nichts mit dem Thema zu tun haben, in dem im Computerraum frei „gesurft“ werden kann oder in dem sich die Schülerinnen und Schüler ohne Sinn und Aufgabe im Unterricht selbst beschäftigen.
 
Sinnvoller Vertretungsunterricht bedeutet für uns, wenn der Unterricht dem geplanten Unterricht im Stundenplan möglichst entspricht, wenn der Unterricht möglichst im gleichen Unterrichtsfach unterrichtet werden kann, wenn die Schülerinnen und Schüler und die / der zu vertretende Lehrerin / Lehrer sich kennen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass in dem jeweiligen Unterrichtsfach zusätzliche Übungen und Wiederholungen durchgeführt werden. Es können wichtige Themen aus den Bereichen Medienkompetenz, Drogenprävention, Verkehrserziehung, Methodenkompetenz in den Vertretungsstunden thematisiert werden. Außerdem können die Klassenlehrerinnen und –lehrer sinnvolle Klassengespräche führen, für die sonst in der Regel zu wenig Zeit bleibt. 
 
Organisation:
 
·         Der Vertretungsplan hängt immer am Vortag bis zur ersten großen Pause aus, damit sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler frühzeitig darauf einstellen können.
·         Jeweils ein Ausdruck des Vertretungsplans wird im Lehrerzimmer, im Sekretariat und im Schaukasten für die Schülerinnen und Schüler (Pausenhalle) ausgehängt.
·         Zudem hat die Theodor Goldschmidt Realschule Essen jüngst eine geschlossene Gruppe in dem sozialen Netzwerk „Facebook“ eingerichtet, in welchem als paralleles Zusatzangebot die jeweils aktuellen Vertretungspläne für die Schülerinnen und Schüler nebst sonstigen wichtigen Angelegenheiten zur Verfügung stehen. In dieser Gruppe werden durch den Administrator (= Schulleitungsmitglied) nur Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Theodor Goldschmidt Realschule zugelassen.
·         In der Regel wird die erste Unterrichtsstunde vertreten.
·         Die letzte(n) Unterrichtsstunde(n) kann (können) vorgezogen werden oder ausfallen.
·         Wenn eine Klasse in der 7. Stunde Unterricht hat, kann diese Unterrichtsstunde ebenfalls vorgezogen werden.
·         Arbeitsgemeinschaften, die im Nachmittagsbereich liegen, werden nicht vertreten und fallen aus.
·         Für die Lehrerinnen und Lehrer werden Bereitschaftspläne erstellt, welche in dem normalen Stundenplan integriert sind. Im Normalfall hat jede Lehrkraft nur an den geplanten Bereitschaften („Kringelstunden“) Vertretungsbereitschaft, und nicht an den übrigen Springstunden. Vor allem in der 1. Unterrichtsstunde müssen geplante Bereitschaften gesichert sein.
·         Der Vertretungsunterricht wird so eingeteilt, dass die Klasse oder der Kurs zunächst von einer Fachlehrerin / einem Fachlehrer unterrichtet wird. Wenn dieses nicht möglich ist, wird eine Lehrerin / eingeteilt, die / der der Klasse bekannt ist. Ansonsten vertritt die zur Verfügung stehende Lehrkraft.
·         Wenn an Tagen ausnahmsweise einmal besonders viel Vertretungsunterricht geleistet werden muss, ist es möglich, dass Kurse aufgelöst oder auf andere Kursgruppen verteilt werden müssen. Die Schülerinnen und Schüler aus den aufgelösten Kursen arbeiten dann an den Materialien aus dem Vertretungsordner.
·         In ganz seltenen Fällen bleibt eine Klasse, in der unverhältnismäßig viel Vertretungsunterricht geleistet werden muss, zu Hause („Studientag“). Die Klassenleitung ist dann jedoch dafür verantwortlich, dass die Schülerinnen und Schüler genügend viele zu Hause zu erledigende Aufgaben erhalten.
·         Lehrerinnen und Lehrer werden für Vertretungen nach der Bereitschaft, der Stundenzahl (Vollzeit / Teilzeit) und nach der bisherigen Anzahl der gegebenen Vertretungsstunden eingeteilt.
·         Fortbildungen, Unterrichtsgänge und Klassenfahrten sollen so geplant werden, dass sie zu möglichst wenig Vertretungsunterricht führen.
·         Lehramtsanwärterinnen und -anwärter können nach vorherigen Einzelabsprachen auch Vertretungsunterrichte durchführen. Nach den absolvierten Examensprüfungen sollen sie vermehrt Vertretungsunterricht übernehmen.  
 
Für Lehrerinnen und Lehrer gilt besonders: 
·         Erkrankte Lehrerinnen und Lehrer melden sich morgens bis spätestens 07.15 Uhr krank.
·         Vertretungslehrerinnen und Lehrer erkundigen sich am Vortag mithilfe des Vertretungsplanes über mögliche Vertretungsstunden am nächsten Tag.
·         Für alle Unterrichtsfächer wurden „Vertretungsordner“ für alle Jahrgangsstufen in der Form von Kopiervorlagen erstellt, die dann von den Vertretungslehrerinnen und –lehrern kopiert werden können. Dieses soll der Entlastung der Vertretungslehrkraft dienen. Die Aufgaben werden am Ende der Vertretungsstunde eingesammelt und der / dem jeweiligen Fachlehrerin / Fachlehrer überreicht.
·         Jede Lehrkraft, die selbst weiß, dass sie zu einem bestimmten Termin nicht unterrichten kann, stellt den Vertretungslehrkräften Planungsvorschläge, Hinweise auf Buchkapitel und ggf. Arbeitsunterlagen für die Vertretungsstunden zur Verfügung.
 
Für Schülerinnen und Schüler gilt besonders: 
·         Vertretungsunterricht ist verbindlicher Unterricht, bei dem die gleichen Pflichten bestehen.
·         Die Klassensprecherin / Der Klassensprecher und deren Vertreterin / dessen Vertreter sind dafür zuständig, dass die gesamte Klasse die Informationen vom Vertretungsplan für den anstehenden und nächsten Tag erhält. Dazu müssen die Klassensprecherinnen und –sprecher sowie ihre Vertreterinnen und Vertreter vor dem Unterricht und in den großen Pausen auf den Vertretungsplan schauen. Bei Fragen wenden sie sich an die Schulleitung.
·         Das Material für den Vertretungsunterricht muss immer vorhanden sein. Die Ausrede „Wir wussten nicht, dass Vertretung ist!“ zählt nicht.
·         Sollte in einer Vertretungsstunde keine Lehrerin / kein Lehrer in den Klassenraum kommen, informiert die Klassensprecherin / der Klassensprecher oder die Vertreterin / der Vertreter das Sekretariat.
·         Klassen, deren erste Unterrichtsstunde ausfällt, kommen auch tatsächlich erst zur 2. Unterrichtsstunde und halten sich nicht unbeaufsichtigt innerhalb des Schulgebäudes (außer Pausenhalle) auf.
 
Besonderheiten:
 
Bei längerfristigem Ausfall einer Lehrkraft, insbesondere wenn sie Hauptfächer unterrichtet, wird eine separate Vertretungsregelung mit Stundenplanänderung entwickelt. Entsprechende Fachlehrkräfte werden aus „weniger wichtigen“ Stundenplanbereichen (z.B. Arbeitsgemeinschaften) herausgelöst und in den betroffenen Klassen eingesetzt. Ist eine solche Lösung nicht möglich, wird der entsprechende Unterricht in anderen Klassen des Jahrgangs gekürzt, um Stunden für eine Fachvertretung zu gewinnen.